Ein Anime mit recht anspruchsvoller Thematik ist die Produktion „Shojo
Kakumei Utena“, die in in Deutschland unter dem einfachen Titel „Utena“
bekannt wurde und sich an einem Manga von Chiho Saito orientiert. Im
Gegensatz zu vielen anderen Animes wurden Manga und Anime in diesem Fall
aber gleichzeitig herausgegeben, nämlich Ende 1996 respektive Anfang 1997.
So ähnelten sich das Mange und die unter der Regie von Kunihiko Ikuhara
gedrehte Serie anfangs stark, entwickelten sich im Laufe der Produktion
aber in unterschiedliche Richtungen weiter. Das Anime, das feministische
und postmoderne Thematiken verarbeitet, wurde im Jahr 1999 auch zu einem
Spielfilm verarbeitet, der in mehreren Ländern in die Kinos kam.
Inhaltlich dreht sich die Reihe um Utena, die als Teenager das
Othori-Internat besucht. Die sehr sportliche aber nur mittelmäßige
Schülerin ist von androgyner Gestalt und von einem Kindheitserlebnis mit
einem Prinzen derart beeindruckt ist, dass sie sich als Junge verkleidet
und das Ziel verfolgt, eines Tages selbst ein Prinz zu werden. Zusammen
mit der hübschen Anthy bewohnt sie im Internat ein Zimmer und wird in
viele Schwertkämpfe verwickelt, als sie versucht, Anthy gegen die
Schülervertretung zu verteidigen. Die Mitglieder der Vertretung führen
nämlich eine Reihe von Duellen durch, in welchen sie um Anthy kämpfen, die
sie für die zentrale Figur in einer kommenden Revolution halten und darum
„Rosenbraut“ nennen. Der jeweilige Sieger eines Duells soll Anthy als
„Preis“ erhalten, was Utena ausgesprochen sexistisch und unmenschlich
erscheint.