"Oh mein Gott! Sie haben Kenny getötet!" Dieser
Satz darf in keiner South Park-Folge fehlen. Kenny ist einer der vier
kleinen Jungen aus der amerikanischen Provinzstadt South Park, die die
bizarrsten Abenteuer erleben. Zusammen mit Stan und Kyle sowie dem
gemeinen "Fettarsch" Cartman versuchen sie immer wieder aufs Neue, sich
die Welt zu erklären. "Hilfe" erhalten sie dabei durch komische Charaktere
wie dem Chefkoch der Cafeteria mit seiner Vorliebe für obszöne Lieder, von
ihrem tyrannischen und schizophrenen Lehrer sowie ihren verklemmten und
spießigen Eltern. Auch Jesus, der hier im Lokalsender eine Talkshow
moderiert, oder der inkompetente Officer treiben die Jungen nur noch
weiter in sinnlose und gefährliche Abenteuer, die nur all zu oft mit dem
Ableben des armen Kenny enden.
Wie schon im Vorspann immer gewarnt wird, "enthält diese Sendung viele
schmutzige Wörter und sollte eigentlich von niemandem angesehen werden" -
doch genau hier liegt der Reiz der Zeichentrickserie: Die kleinen Kinder
nehmen kein Blatt vor den Mund in dieser Stadt, in der alle Einwohner
einen denkbar schlechten Charakter haben. Minimalistisch werden die
Figuren nur durch ausgeschnittenes Farbpapier dargestellt, das zu
holprigen Bildern zusammengelegt wird. Doch gerade diese besondere und
wohl einmalige Technik macht es leicht, sich auf die bissigen Kommentare
und den schwarzen Humor zu konzentrieren.