Ene mene miste, es rappelt in der Kiste, ene mene meck,
und du bist weg! Längst fester Bestandteil des deutschen Sprachschatzes
stammt dieser Abzählvers ursprünglich aus der ZDF-Kinderserie "Die
Rappelkiste". In den jeweils halbstündigen Fernsehsendungen, die sich an
Vorschulkinder richten, bringen die verschiedenen Figuren rund um die
beiden Puppen Ratz und Rübe den kleinen Zuschauern ein neues Thema nahe,
mit dem sich Kinder herumschlagen müssen: Das Verhältnis zu den Eltern,
die nahende Schulzeit, aber auch große Themen wie Ungerechtigkeit oder
Krieg werden auf einfache und kinderfreundliche Art und Weise erklärt. Die
Sachen werden von unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet und auch so
präsentiert: Die Sendung besteht aus kurzen Zeichentrick- und Realfilmen,
Puppenspielen und Knetfiguren. Das Lernziel der Folge wird schließlich in
einem kurzen, einprägsamen Lied von Ratz und Rübe zusammengefasst.
Die von 1973 bis 1984 ausgestrahlte Fernsehsendung gilt als ein
Vermächtnis der 68er-Bewegung. Die Kinder werden aufgefordert
selbstständig nachzudenken und nicht einfach alles hinzunehmen, was ihnen
Eltern und sogenannte Autoritätspersonen vorschreiben. "Die Rappelkiste"
war auch die erste Kindersendung, die sich mit Problemen wie der
Integration der türkischen Immigranten oder Umweltverschmutzung
auseinandersetzte.