Die traditionsreichste Deutsche Fernsehserie ist zugleich auch die erste
deutsche Seifenoper überhaupt, die seit 1985 produzierte „Lindenstraße“,
die von Hans W. Geißendörfer erdacht wurde und für die er noch immer
verantwortlich zeichnet. Seit mittlerweile 23 Jahren läuft die
„Lindernstraße“ einmal wöchentlich am Sonntag Abend auf ARD, ist aber eine
Produktion des WDR. Inzwischen entstanden mehr als 1142 Episoden, die
jeweils eine halbe Stunde dauern und abgesehen von den sogenannten
„Feiertagsfolgen“ zumeist an einem Donnerstag spielen.
Eine Besonderheit der Serie ist auch der stets aktuelle Bezug. In
beinahe jeder Folge werden einige Szenen eingefügt, die auf das Geschehen
der laufenden Woche Bezug nehmen, indem die Hauptpersonen sich
beispielsweise über außenpolitische Probleme unterhalten oder die
Wahlergebnisse diskutieren. Diese Szenen werden zum Teil nachträglich
hineingeschnitten, da die Episoden ansonsten teilweise lange vor dem
Ausstrahlungstermin fertiggestellt sind.
Die „Lindenstraße“ spielt in der gleichnamigen fiktiven Straße in
München, die als Kulisse am Drehort in Köln-Bocklemünd auf 150 Metern
aufgebaut ist. Sie dreht sich um die Bewohner der Straße, die ganz
unterschiedlichen Schichten angehören und natürlich individuelle
Lebensgeschichten aufweisen können. Dabei werden viele real existierende
Problematiken behandelt wie etwa die Integration ausländischer Mitbürger.
Zudem war die „Lindenstraße“ die erste deutsche Fernsehserie, in der ein
gleichgeschlechtlicher Kuss zu sehen war (im Jahr 1987).
Jede Episode endet mit einem so genannten „Cliffhanger“, also einer Szene
mit ungewissem Ausgang, in der meist eine Person einen wichtige
Entscheidung treffen muss oder eine überraschende Neuigkeit erfährt. Die
Handlung wird dabei in der nächsten Folge allerdings nicht direkt
fortgesetzt, sondern der Zuschauer erfährt aus dem Zusammenhang, wie die
Szene sich wohl weiterentwickelt hat.