Basierend auf Charakteren des japanischen Grafikers Yoshitoshi Abe
entstand im Auftrag von TV Tokyo die 13-teilige Animeserie „Serial
Experiments Lain“, die ab September 1998 in Japan zu sehen war und in
Deutschland auch als „Lain – Serial Experiments“ bekannt ist. Die
aufwändige Serienarbeit entstand unter der Regie von Ryutaro Nakamura und
wurde von Yasuyuki Ueda für Triangle Staff produziert. Sie ist keinem
Genre direkt zuzuordnen, trägt aber Züge des Cyberpunk, des
Mystery-Bereichs und des Science Fiction-Genres und kann auch als
Psycological bezeichnet werden.
„Serial Experiment Lain“ ist mittlerweile als DVD-Box erhältlich und
führte aufgrund der guten Resonanz beim Publikum auch zur Produktion eines
gleichnamigen Videospiels, das von Pioneer LDC im Jahr 1998 für die
PlayStation herausgegeben wurde. Eine Umsetzung für
Nintendo steht
bis dato noch aus.
Die Handlung dreht sich um die Jugendliche Lain, die in einem
japanischen Vorort lebt und erstmals mit dem sogenannten „Wired“ in
Kontakt gerät, einem weltweiten Kommunikationsnetzwerk, das dem realen
Internet ähnelt. Lains Familie ist der Mittelschicht zuzuordnen und setzt
sich aus ihrem Computer-begeisterten Vater, ihrer etwas abweisenden Mutter
und ihrer verschlossenen Schwester zusammen. Als sie in der Schule von „the
Wired“ erfährt, ist sie schnell begeistert von der fantastischen
Parallelwelt, in der sie per Email Kontakt zu einem Mädchen aufnimmt, das
sich das Leben nehmen will. Sie gerät in eine komplizierte Verstrickung
ihres realen Lebens mit dem virtuellen Geflecht des Kommunikationsnetzes
und die Geschichte nimmt ihren Lauf.
„Serial Experiments Lain“ wurde kontrovers diskutiert und birgt
verschiedene philosophische Ansätze. Die Serie setzt sich auf teilweise
verwirrende Weise mit Fragen nach der eigenen Identität und der Macht der
modernen Medien auseinander und erfreut sich gerade deshalb noch immer
einer großen Fangemeinde.