Eine äußerst sehenswerte und zurecht mit zwei Goldenen Kameras
ausgezeichnete Fernsehproduktion ist die zwischen 1983 und 1986 für das
ZDF gedrehte Familienserie „Ich heirate eine Familie“, deren insgesamt 14
Episoden ab November 1983 ausgestrahlt wurden und großen Anklang beim
Publikum fanden. Die rund 45-minütigen Folgen basierten auf Drehbüchern
von Curth Flatow und entstanden unter der Regie von Peter Weck, der auch
die Hauptrolle des Werner Schumann übernahm, für die ursprünglich Harald
Juhnke vorgesehen war, dessen Alkoholprobleme eine Zusammenarbeit dann
aber unmöglich machten.
„Ich heirate eine Familie“ handelt von der geschiedenen Angi Graf, die
mit ihren drei Kindern Markus, Tom und Tanja in Berlin lebt, wo sie
gemeinsam mit einer Freundin die „Boutique für kleine Leute“ betreibt, die
Kindermoden verkauft. Bei einer eigens zu ihrer Verkupplung organisierten
Party ihrer Freunde Bille und Alfons Vonhoff lernt sie den Wiener
Werbegrafiker Werner Schumann kennen, der mit seinem charmanten
bärbeißigen „Wiener Schmäh“ den charakteristischen Mittelpunkt der Serie
darstellt. Mehrere Verabredungen lang verschweigt sie ihm, dass sie Kinder
hat, doch als er es schließlich herausfindet, entschließt er sich dennoch
oder gerade deshalb, Angi und mit ihr ihre ganz Familie zu heiraten.
Gemeinsam mit der Haushälterin Frau Rabe bezieht die neue Familie ein
großes Haus, durchlebt verschiedene familientypische Auf und Ab’s und
erwartet schließlich noch ein Baby namens Franziska.
Der besondere Charme der Serie rührt zu einem großen Teil von der
Tatsache her, dass der Drehbuchautor Flatow autobiografische Erlebnisse
verarbeitete. Flatow hatte nämlich selbst eine Frau mit mehreren Kindern
geheiratet und war entsprechend ein „gebranntes Kind“.