Eine absolute Kultfigur des Zeichentrick-Genres ist der italienische
Trickfilmcharakter „Herr Rossi“, den der Zeichner Bruno Bozzetto zu Beginn
der 1960er Jahre erdachte und der noch immer zu den beliebtesten Figuren
des Genres gehört. Herr Rossi ist dabei ein äußerst sympathischer
Industriearbeiter, der unter seinem freudlosen Leben und den cholerischen
Wutausbrüchen seines Chefs leidet. Kurioserweise ist sein bester und
einziger Freund der Hund Gastone, der seinem Chef gehört.
Zwischen 1960 und 1974 entstanden zunächst sieben rund 10-minütige
Kurzfilme mit Herrn Rossi, 1975 wurde eine Reihe von elf lediglich
zweiminütigen Sport-Clips veröffentlicht, in der er ebenfalls in der
Hauptrolle zu sehen war. Außerdem gab es zwei Kurzfilme, von denen „Herr
Rossi geht zum Skifahren“ der wohl bekanntere ist. Dieser wurde ebenso wie
die ab 1976 produzierten drei Vierteiler von ARD und ZDF ausgestrahlt, was
Herrn Rossi auch in Deutschland zum Durchbruch verhalf. Später wurden
weitere Kurzfilme auf RTL gesendet und der Hessische Rundfunk nahm 1999
auch die alten Sportclips ins Programm auf.
Der bekannteste Vierteiler ist „Herr Rossi sucht das Glück“, der im
Original den Titel 2Il Signor Rossi cerca la felicità“ trägt und Herrn
Rossi bei einer aufregenden Zeitreise begleitet. Eine Fee verhilft nämlich
Gaston zum Sprechen und schenkt Herrn Rossi eine magische Trillerpfeife,
mit der er sich durch Raum und Zeit bewegen kann. So landen die beiden in
der Steinzeit, im alten Rom, bei Piraten, in einer zauberhaften
Märchenwelt, im Wilden Westen und sogar in der Zukunft. Überall gibt es
aber große Probleme und sogar Rossis garstiger Chef taucht hin und wieder
auf, sodass die beiden am Ende froh sind, wieder zurück im gewohnten
Alltag zu sein.
Die beiden anderen vierteiligen Serien zeigen Herrn Rossi beim Träumen,
wo er verschiedene Gestalten schlüpft und beispielsweise als Sherlock
Holmes knifflige Fälle lösen muss, und in den Ferien, in denen er
verschiedene Urlaubsziele ausprobiert.