Über eine Produktionszeit von insgesamt 25 Jahren entstand die einmalige
Fernseh-Trilogie „Heimat“, die dem Genre „Neuer Heimatfilm“ zuzuordnen ist
und vom Autor Edgar Reitz verwirklicht wurde. Von Kritikern hoch gelobt und
vom Publikum begeistert aufgenommen entstanden insgesamt fünf Teile der
Trilogie (inklusive Prolog und Epilog), die mittlerweile auch sämtlich auf
DVD erhältlich sind. Der Prolog „Geschichten aus den Hunsrückdörfern“
wurde 1981 fertig gestellt, 1994 folgte der erste Teil „Heimat – Eine
deutsche Chronik“. Sechs Jahre später erschien „Die zweite Heimat –
Chronik einer Jugend“, weitere zwölf Jahre danach, 2004, veröffentlichte
Reitz den dritten Teil „Heimat 3 – Chronik einer Zeitenwende“. Die Reihe
wurde schließlich 2006 mit dem Epilog „Heimat-Fragmente – Die Frauen“
abgeschlossen.
Alle „Heimat“-Filme spielen in der fiktiven Gemeinde Schabbach, die im
Hunsrück angesiedelt ist und beschäftigen sich mit dem Leben und Schicksal
der Dorfbewohner. Als Inspirationsquelle dienten Reitz und seinem Co-Autor
Peter Steinbach dabei fast ausschließlich Erinnerungen, Erzählungen und
alter Zeitungsausschnitte, die sie gekonnt zu neuen Geschichten
zusammenfügten. Das sozusagen semi-dokumentarische Werk hat dabei nicht
nur eine andere Sicht der Bewohner auf ihre Heimat als noch in den
klassischen Heimatfilmen propagiert zum Thema, sondern stellt auch eine
interessante Chronik der gesamtdeutschen Geschichte von der Nazizeit über
den Wiederaufbau bis zum Wirtschaftswunder und seinen Folgen dar. Im
Vergleich zu anderen Heimatfilmen wird die Heimat als Wert an sich nicht
verklärt, sondern in all ihren Facetten betrachtet – sie bedeutet für die
Dorfbewohner gleichermaßen Geborgenheit wie Gebundenheit und Zwang und so
finden sie sich bisweilen in einem großen Spannungsfeld wieder, aus dem es
nicht immer einen schmerzfreien Ausweg gibt.