Zwischen 1999 und 2003 entstanden insgesamt vier Staffel und 88 Episoden
der australischen Science-Fiction-Fernsehserie „Farscape“, die zunächst
vom US-amerikanischen Pay-TV-Sender SciFi-Channel ausgestrahlt wurde und
in Deutschland ab Oktober 2000 unter dem Titel „Farscape – Verschollen im
All“ von Sat.1 zu sehen war. Die dritte und viertel Staffel waren
allerdings in Deutschland nie zu sehen, jedoch sind die ersten drei
Staffeln im Handel auf DVD erhältlich. Die auf einer Idee von Rockne S.
O’Bannon basierende Serie gilt als ungewöhnlich konzeptioniert und nimmt
unter den vielen Science-Fiction-Serien eine Sonderstellung ein, da sie
übliche Moralvorstellungen und Idealbilder über Bord wirft und den
Hauptfiguren ganz neue Handlungsmotive unterstellt. So handeln die
Personen in „Farscape“, denen sämtlich eine gewalttätige und eigentlich
verachtenswerte Vergangenheit gemein ist, stets nicht von einem
Gemeinschaftssinn getrieben, sondern ausschließlich aus reiner
Selbsterhaltung und kooperieren nur, um ihren eigenen Vorteil zu sichern.
Der von allen praktizierte, stark ausgeprägte Egoismus ist dabei eines der
Hauptmotive der Serie und macht ihren besonderen Reiz aus, der nicht wie
so oft in stereotypen Helden, sondern eben gerade in den eigensinnigen
Protagonisten wurzelt.
Die Geschichte von „Farscape“ dreht sich um den Astronauten John
Crichton, der durch ein wissenschaftliches Experiment ans andere Ende der
Galaxis befördert wird und dort in einen groß angelegten Gefängnisausbruch
gerät. So genannte „Peacekeeper“ versuchen, den entflohenen Häftlingen Herr
zu werden, doch sie entpuppen sich als das genaue Gegenteil dessen, was
ihr Name verspricht. Schließlich wird Crichton gemeinsam mit den
Häftlingen gejagt und muss wohl oder übel mit ihnen kooperieren, während
er versucht, einen Weg zurück zur Erde zu finden.
Wie beispielsweise auch Star Trek ist „Farscape“ bemüht, eine möglichst
komplette Parallelwelt zu erschaffen und so liegt der besondere Reiz der
Serie in den fein ausgearbeiteten Strukturen der Welt, in die John
Crichton versetzt wird. Beispielsweise werden eigens für die Serie
erfundene Worte verwendet, um ein Vokabular zur Verfügung zu haben, das
dem Zuschauer so fremd ist, dass die Andersartigkeit der fiktiven
Parallelwelt noch verdeutlicht wird.