Nach dem Vorbild der erfolgreichen englischen Serie „Till Death Us Do“
entstand in den 70er Jahren die deutsche Serie „Ein Herz und eine Seele“
im Auftrag des WDR, die von Wolfgang Menge konzeptioniert wurde. Zwischen
1973 und 1976 wurden so 25 rund 44-minütige Episoden produziert, die
erstmals 1973 ausgestrahlt wurden. In bis dahin ungekannter Weise
verarbeitete die Serie die politische Situation Deutschlands in
humorvoller, aber auch nicht beschönigter Weise dargestellt, was ihr nach
anfänglicher zum Teil recht herben Kritik schnell eine große Fangemeinde
einbrachte, die sich rasch an die derbe Sprache und die zotigen Witze
gewöhnte.
In deutlich überzeichneter Weise dreht sich „Ein Herz und eine Seele“ um
das Zusammenleben einer Familie im Arbeiterviertel Bochums während der
70er Jahre, die als typische deutsche Familie bezeichnet werden könnte.
Neben den normalen Problemen des Alltags liegt der Fokus dabei vor allem
auf den Auseinandersetzungen des konservativen, reaktionären
Familienoberhaupts Alfred Tetzlaff („Ekel Alfred“) und seiner politisch
desinteressierten Frau Else Dorothea beziehungsweise seiner progressiven
Tochter Rita und ihrem Mann Michael, denen das Gedankengut der
68er-Bewegung näher liegt als das bornierte Denken Alfreds. Zusätzliche
Würze erhält der Konflikt auch noch durch die Tatsache, dass Michaels
Eltern in der DDR leben, weswegen er von Alfred bisweilen als
„anarchistischer Drecksack“, „Sozi“, „langhaarige bolschewistische Hyäne“
oder gar als „Kommunistenschwein“ bezeichnet wird.