"Die Waltons" prägten in den 1970er Jahren
zusammen mit Serien wie "Das Haus am Eton Place" oder "Bonanza" das
(west-) deutsche Vorabendfernsehen, und noch heute löst allein die von
Jerry Goldsmith komponierte Titelmelodie nostalgische Reaktionen aus. Die
1972 bis 1981 von Earl Hammer jr. (et al.) für Lorimar produzierte
Mischung aus Western- und Heimatfilm-Serie (ohnehin einander verwandte
Genres) bot vermittels einer Großfamilie Identifikationsfiguren für das
gesamte Fernsehpublikum. Von der US-amerikanischen Erfolgsserie wurden
insgesamt 221 Folgen gedreht.
Der kauzige Großvater, die fürsorgliche Großmutter, Familienvater, Mutter
und Kinderschar. Hauptperson, aus deren Perspektive die meisten
Geschichten geschildert wurden, ist der älteste Sohn John Boy, der
Schriftsteller werden will. Zur engeren Familie gehören: Ben (Eric Scott),
einer der Söhne; Elizabeth (Kami Cotler), die jüngste und recht wilde
Tochter; Erin (Mary Elizabeth McDonough), eine eher schüchterne Tochter;
Esther (Ellen Corby), die sittenstrenge Großmutter; Jason (Jon Walmsley),
der musikalische Sohn; Jim-Bob (David W. Harper), der jüngste Sohn; John
(Ralph Waite), Vater und Sägewerksbesitzer; John-Boy (Richard Thomas;
später Robert Wightman), ältester Sohn und Ich-Erzähler; Mary-Ellen (Judy
Norton-Taylor), älteste und sehr selbstbewusste Tochter; Olivia (Michael
Learned), Mutter und moralisches Gewissen der Familie; Samuel (im
amerikanischen Original Zebulon), Großvater (Will Geer).
Die Geschichten handeln von den Problemen der Waltons während der
Weltwirtschaftskrise der 1930er und 1940er Jahre. Zumeist wird die Familie
durch finanzielle Sorgen belastet oder ihre Gemeinschaft durch das
versuchte Ausscheren einzelner Familienmitglieder oder das Einbrechen
fremder Einflüsse in dieselbe bedroht – wobei sie es heimatfilmtypisch
jedoch immer wieder schafft, sich aus eigener Kraft zu stabilisieren oder
zu regenerieren. Jede Folge dauert etwa eine dreiviertel Stunde und
schließt mit einer Außenaufnahme des Farmhauses, in der nach und nach die
Lichter gelöscht werden, bis schließlich auch das Fenster des Tagebuch
schreibenden John-Boy dunkel wird – begleitet von den Gutenachtwünschen
der Familie. Vertraut, sicher, heimatlich.